Gesundheits-News

Den eigenen Willen rechtzeitig formulieren
Zahl der Demenzkranken wird aufgrund des demographischen Wandels stark steigen


(djd/pt). Die Zahl der an Demenz Erkrankten dürfte in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf 2,2 Millionen anwachsen, 2007 waren es erst 1,1 Millionen. Zunächst ist bei Demenzkranken das Gedächtnis beeinträchtigt, später kommen Verhaltensänderungen hinzu. Schlimmstenfalls werden die Menschen in ihrer Alltagskompetenz wieder zu Kleinkindern.

Mit einer Patientenverfügung vorsorgen

Im Fall eine Demenz können Menschen ihre Angelegenheiten häufig nicht mehr eigenverantwortlich regeln. Sie können beispielsweise nicht mehr entscheiden, ob und wie sie in einer medizinischen Notsituation behandelt werden sollen. In einer Patientenverfügung kann man festlegen, welche Behandlungen gewünscht werden bzw. wann der Punkt gekommen ist, an dem man keine lebensverlängernden Therapien mehr möchte.

Vielfach besteht der Irrglaube, dass Ehepartner oder Kinder automatisch in der Lage und im Recht seien, in einem solchen Fall für einen dementen Angehörigen zu handeln. Dies ist aber nicht so. Wolfgang Putz, Rechtsanwalt aus München: "Wer über 18 Jahre alt ist, hat nach deutschem Recht keinen rechtlichen Vertreter mehr. Selbst eine Ehefrau ist also nicht berechtigt, ihren Mann zu vertreten. Sie braucht dazu eine Vollmacht!" Diese Vollmacht muss schriftlich vorliegen und vom Patienten selbst unterschrieben sein.

Die finanzielle Last der Pflege lindern

Für die Angehörigen ist eine dementielle Erkrankung eine enorme psychische und auch finanzielle Belastung. Viele Kranke werden nicht in eine Pflegestufe für körperlich Pflegebedürftige eingestuft und erhalten damit nur geringe Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Mit einer privaten Zusatzpolice kann man die finanziellen Folgen einer Demenzerkrankung zumindest lindern. Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen: "Aus unserem Hause gibt es jetzt eine Demenzgeld-Versicherung. Sie tritt ein, sobald ein Facharzt bei dem Versicherten eine mindestens mittelschwere Demenz festgestellt hat." Die Leistung wird lebenslang gezahlt, der Versicherte oder die Angehörigen können frei entscheiden, wofür sie das Geld ausgeben.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Wohin mit der Patientenverfügung?

"Die Patientenverfügung sollte man an einem Ort hinterlegen, zu dem sich der Vorsorgebevollmächtigte jederzeit Zugang verschaffen kann. Alternativ kann man die Patientenverfügung auch direkt dem Bevollmächtigten aushändigen", betont Rechtsanwalt Wolfgang Putz aus München. Eine Patientenverfügung ist zeitlich uneingeschränkt gültig. Wolfgang Putz: "Trotzdem empfiehlt es sich, alle paar Jahre oder bei schweren Veränderungen des Gesundheitszustandes seine Verfügung mit Datum und Unterschrift zu bekräftigen und eventuell zu ergänzen oder zu ändern."

Wolfgang Putz, Rechtsanwalt aus München.
Wolfgang Putz, Rechtsanwalt aus München.

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