Gesundheits-News

Die Angst vor dem Alter
Wenig Vertrauen in die Pflegeversicherung - privat wird dennoch kaum vorgesorgt


(djd/pt). Nach einer aktuellen Studie des Allensbach-Instituts befürchten drei Viertel der Deutschen, dass sie im Pflegefall trotz Leistungen aus der Pflegeversicherung nicht ausreichend versorgt sind. Selbst bei den unter 30-Jährigen hat fast jeder Zweite bereits diese Sorge beim Gedanken an das Alter, bei den 30- bis 60-Jährigen wächst diese Quote auf mehr als 60 Prozent, bei den über 60-Jährigen sind es dann schon 82 Prozent. Das Überraschende: Obwohl so viele ahnen, dass die staatlichen Leistungen nicht ausreichen werden, haben bisher nur zwölf Prozent zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung privat vorgesorgt.

Bei Demenz gibt es oft nur wenig Geld aus der Pflegekasse

In besondere finanzielle Nöte kommen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen oft beim Vorliegen einer demenziellen Erkrankung. Viele Betroffene sind trotz ihrer Erkrankung zunächst noch nicht körperlich pflegebedürftig oder werden dies auch überhaupt nicht. Die Folge: Sie werden nicht in eine Pflegestufe für körperlich Pflegebedürftige eingestuft und erhalten damit keine entsprechenden typischen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Immerhin wird seit der letzten Reform der Pflegeversicherung eine Leistung für den Betreuungsaufwand bei "eingeschränkter Alltagskompetenz" - etwa durch Demenz - in Höhe von 100 bis maximal 200 Euro monatlich gezahlt. Doch auch um diese Unterstützung zu erhalten, ist oft ein regelrechter Papierkrieg mit den Behörden und Beratungsstellen notwendig.

Die finanzielle Last der Pflege lindern

Mit einer privaten Zusatzpolice kann man die finanziellen Folgen einer Demenzerkrankung für die Betroffenen und ihre Angehörigen zumindest lindern. Dazu etwa Susanne Besold vom Direktversicherer KarstadtQuelle Versicherungen: "Aus unserem Hause gibt es jetzt eine Demenzgeld-Versicherung. Sie tritt ein, sobald ein Facharzt bei dem Versicherten eine mindestens mittelschwere Demenz festgestellt hat." Der Versicherte oder die Angehörigen können frei entscheiden, wofür sie das Geld ausgeben.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Demografie und Demenz

Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wird in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf 2,2 Millionen anwachsen, 2007 waren es erst 1,1 Millionen Betroffene. Das ergab eine aktuelle Studie des Kieler Fritz-Beske-Instituts. Der Hauptgrund für den starken Anstieg ist, dass es immer mehr Hochbetagte geben wird: Die Zahl der über 80-jährigen Bundesbürger erhöht sich bis 2050 um sage und schreibe 156 Prozent. Daher ist das stärkste Wachstum bei Krankheiten zu verzeichnen, die vor allem für ein sehr hohes Alter typisch sind - wie eben die Demenz.

Susanne Besold, Expertin für Zusatzversicherungen beim Direktversicherer KarstadtQuelle Versicherungen.
Susanne Besold, Expertin für Zusatzversicherungen beim Direktversicherer KarstadtQuelle Versicherungen.

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