Gesundheits-News

Entscheiden, bevor es zu spät ist
Der Expertentipp zu Patientenverf√ľgung, Vorsorgevollmacht und Demenz


(djd/pt). Auch wenn niemand gerne daran denkt, kann es jeden treffen: Plötzlich ist man durch Krankheit, Unfall oder im Alter durch Demenz unfähig, seinen eigenen Willen eigenverantwortlich zu artikulieren. Aber gerade in solchen Notsituationen gilt es, existenzielle Fragen zu beantworten. Will man um jeden Preis behandelt werden? Will man hilflos an Schläuchen hängen, ohne Aussicht auf Heilung oder Bewusstsein?

Wolfgang Putz, Rechtsanwalt aus M√ľnchen: "Vorsorgen kann man, indem man einer Vertrauensperson eine Vorsorgevollmacht erteilt. Diese Person muss dann mit den √Ąrzten Entscheidungen √ľber die Behandlung unter strikter Beachtung des Willens des Patienten treffen. Durch eine Patientenverf√ľgung kann dieser Wille klar dokumentiert werden." Zum 1. September 2009 hat der Staat in einem eigenen Gesetz solche Patientenverf√ľgungen geregelt. Unter www.bmj.bund.de gibt das Bundesjustizministerium alle Informationen dazu.

Zahl der Demenzkranken verdoppelt sich

Eine Demenz ist die mit gro√üem Abstand h√§ufigste Ursache daf√ľr, dass Menschen ihre Angelegenheiten nicht mehr eigenverantwortlich regeln k√∂nnen. Die Zahl der an Demenz Erkrankten wird in Deutschland nach einer Studie des Kieler Fritz-Beske-Instituts bis zum Jahr 2050 auf 2,2 Millionen anwachsen, 2007 waren es erst 1,1 Millionen Betroffene. In diesen F√§llen kommen Pflegebed√ľrftige und ihre Angeh√∂rigen oft in gro√üe finanzielle N√∂te. Viele Kranke werden nicht in eine Pflegestufe f√ľr k√∂rperlich Pflegebed√ľrftige eingestuft und erhalten damit nur geringe Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Die finanzielle Last der Pflege lindern

Mit einer privaten Zusatzpolice kann man die finanziellen Folgen einer Demenzerkrankung zumindest lindern. Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen: "Aus unserem Hause gibt es jetzt eine Demenzgeld-Versicherung. Sie tritt ein, sobald ein Facharzt bei dem Versicherten eine mindestens mittelschwere Demenz festgestellt hat." Die Leistung wird lebenslang gezahlt, der Versicherte oder die Angeh√∂rigen k√∂nnen frei entscheiden, wof√ľr sie das Geld ausgeben.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Wohin mit der Patientenverf√ľgung?

"Die Patientenverf√ľgung sollte man an einem Ort hinterlegen, zu dem sich der Vorsorgebevollm√§chtigte jederzeit Zugang verschaffen kann. Alternativ kann man die Patientenverf√ľgung auch direkt dem Bevollm√§chtigten aush√§ndigen", betont Rechtsanwalt Wolfgang Putz aus M√ľnchen. Eine Patientenverf√ľgung ist zeitlich uneingeschr√§nkt g√ľltig. Wolfgang Putz: "Trotzdem empfiehlt es sich, alle paar Jahre oder bei schweren Ver√§nderungen des Gesundheitszustandes seine Verf√ľgung mit Datum und Unterschrift zu bekr√§ftigen und eventuell zu erg√§nzen oder zu √§ndern."

Mit einer Patientenverf√ľgung l√§sst sich festlegen, ob und wie man im Falle eines Falles behandelt werden will.
Mit einer Patientenverf√ľgung l√§sst sich festlegen, ob und wie man im Falle eines Falles behandelt werden will.

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