Gesundheits-News

Herbstblues - oder mehr?
Antriebslosigkeit in den dunklen Monaten kann ernste Ursachen haben


(djd/pt). Keine Lust auf einen Spaziergang? Tagsüber quälende Müdigkeit? Trübe Gedanken wollen einfach nicht weichen? Wer sich mit derlei Befindlichkeiten im Spätherbst oder frühen Winter herumplagen muss, hört häufig den Hinweis: "Du hast halt den Herbstblues". Gemeint ist damit eine so genannte saisonale Depression. Sie tritt vor allem in den Wintermonaten und verstärkt in den nördlichen Ländern auf. Diese ernst zu nehmende Erkrankung ist hierzulande allerdings weitaus weniger verbreitet, als oft angenommen wird.

Steckt vielleicht mehr dahinter?

Wenn der Betroffene aber schon seit geraumer Zeit nahtlos vom Winterblues in die Frühjahrsmüdigkeit wechselt, dann steckt vermutlich mehr dahinter. Wie sieht es etwa mit den Nächten aus? Wer regelmäßig schnarcht, leidet womöglich wie mindestens vier Millionen Menschen in Deutschland an schlafbezogenen Atmungsstörungen. Ein vermeintlich harmloses Schnarchkonzert kann lebensbedrohlich sein, wenn sich dahinter wiederholt Atemaussetzer von mehr als zehn Sekunden verbergen. Diese so genannten Apnoen, die bis zu hundertmal pro Stunde auftreten können, gehen mit kurzen Aufwachvorgängen einher, die die Betroffenen selbst oft gar nicht merken.

Klarheit schaffen

Partner, Freunde oder Verwandte sollten den Schnarcher im Zweifelsfall dazu drängen, sich Klarheit zu verschaffen, um schwerwiegende mögliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle rechtzeitig zu verhindern. Hierzu muss man heutzutage nicht unbedingt sofort ins Schlaflabor. Denn wichtige Hinweise darauf, ob eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) vorliegt, lassen sich auch zu Hause erbringen: Im Internet finden sich unter www.atmungundschlaf.de ausführliche Informationen über ambulante Untersuchungen mit Screeninggeräten wie ApneaLink und Behandlungsmöglichkeiten wie der nCPAP-Therapie (nasale kontinuierliche positive Überdrucktherapie). Auch eine Vorortberatung wird in Deutschland mittlerweile flächendeckend angeboten: In 18 Städten befindet sich heute ein so genannter Treffpunkt ResMed, der rund um Schlaf und Atmung kompetente Beratung und Informationen bietet.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Risikofaktoren für eine Schlafapnoe

- starkes Übergewicht
- Diabetes mellitus Typ II
- üppige Mahlzeiten am Abend
- übermäßiger Alkoholgenuss (vor allem abends)
- rauchen
- unregelmäßige Schlafenszeiten (z.B. bei Schichtarbeit)
- Schlaf- und Beruhigungsmittel (ausgenommen rein pflanzliche Präparate)
- erbliche Vorbelastung
- Engstellen im Nasen-Rachen-Raum (z.B. durch vergrößerte Mandeln)
- verkürzter Unterkiefer
- erschwerte Nasenatmung (Polypen)


Wer morgens nicht recht in die Gänge kommt, sollte abklären, ob er womöglich unter Atemaussetzern leidet.
Wer morgens nicht recht in die Gänge kommt, sollte abklären, ob er womöglich unter Atemaussetzern leidet.

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