Gesundheits-News

Leiden in der Tabuzone
Hämorriden


(djd/pt). Morgens ist oft Hektik angesagt. Statt eines gemütlichen Frühstücks reicht es bei vielen Menschen nur für einen Kaffee im Stehen. Im Büro sorgen Telefonkonferenzen und Besprechungen dafür, dass Körpersignale wie der Toilettendrang häufig übergangen werden. Doch das ist nicht gesund. "Häufige Unterdrückung des Stuhlgangs führt zu Verstopfung", erklärt die Berliner Apothekerin Dr. Meike Criswell. Damit beginnt ein Teufelskreis: Statt sich dem natürlichen Rhythmus ihres Körpers anzupassen, versuchen die meisten die Darmentleerung zu einem passenderen Zeitpunkt zu erzwingen. "Dieses Fehlverhalten, das mit starkem Pressen einhergeht, ist das größte Risiko für Hämorridalleiden", warnt Dr. med. Gerhard Henke.

Hände weg von Abführmitteln

Bringen die erzwungenen Toilettensitzungen nicht den gewünschten Erfolg, liegt der Griff zu Abführmitteln nahe. Doch auch hier raten die Experten ab. "Abführmittel sind unvernünftig, denn sie sorgen dafür, dass ein ohnehin träger Darm noch träger wird und man schließlich gar nicht mehr ohne beschleunigende Hilfsmittel abführen kann", weist der Berliner Facharzt auf die weit reichenden Folgen hin. Statt dem Darm künstlich auf die Sprünge zu helfen, sei es besser, ihn mit einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Kost, mehreren kleineren Mahlzeiten, ausreichenden Trinkmengen und viel Bewegung auf Trab zu halten.

Erste Anzeichen sanft behandeln

Sollten sich dennoch erste Anzeichen eines Hämorridalleidens wie Blut auf dem Toilettenpapier oder Brennen und Juckreiz in der Analgegend einstellen, raten die Experten möglichst rasch den Proktologen aufzusuchen. Der Facharzt kann die notwendige Tastuntersuchung des Analkanals schmerzfrei durchführen (weitere Infos unter www.haemorriden.net). Sind die Gefäßpolster am Enddarm nur leicht vergrößert, müssen sie nicht gleich abgebunden, verödet oder operiert werden. Es gibt wirksame und zugleich gut verträgliche, rezeptfreie Medikamente in Form von Salbe oder Zäpfchen, wie zum Beispiel Posterisan. Das Präparat wirkt wie eine Impfung auf der Haut und regt das Immunsystem der Schleimhaut lokal an. So kommt es zur Hautregeneration und verbesserten Wundheilung. "Treten Symptome wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen auf, ist Posterisan akut zu empfehlen", weiß Dr. Criswell. Ein lokal wirksames Schmerzmittel lindere die Beschwerden dabei innerhalb kurzer Zeit.

Dr. Meike Criswell rät, vergrößerte Hämorriden rechtzeitig mit Zäpfchen und Salben zu behandeln.
Dr. Meike Criswell rät, vergrößerte Hämorriden rechtzeitig mit Zäpfchen und Salben zu behandeln.

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