Gesundheits-News

Mit dem Alter kommen die Krankheiten
Das Thema Pflege wird aufgrund der demografischen Entwicklung immer brisanter


(djd/pt). Die Pflege von kranken und hilfsbedürftigen Angehörigen wird in den kommenden Jahrzehnten für immer mehr Bundesbürger zum Alltag gehören. Denn mit der rasant wachsenden Zahl der Hochbetagten steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen stark an. Während ihr Anteil in der Gruppe der 70- bis 75-Jährigen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts erst bei etwa fünf Prozent liegt, sind es unter den 80- bis 85-Jährigen schon 20 Prozent, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Und unter den über 90-Jährigen beträgt die Quote schon über 60 Prozent.

Je früher, desto besser

Finanziell sind die meisten Bundesbürger für die Folgen des demografischen Wandels nicht gewappnet. Dabei ist private Vorsorge für den Fall der Pflegebedürftigkeit eigentlich unverzichtbar, denn die gesetzliche Pflegepflichtversicherung kann im Fall eines Falles immer nur einen Teil der Kosten decken. Alexander Winkler von der Deutschen Krankenversicherung (DKV) rät, sich frühzeitig auf den Ernstfall vorzubereiten: "Je jünger und je gesünder man ist, desto besser ist der Zeitpunkt zum Abschluss einer Pflegezusatzversicherung." Bei einer Pflegetagegeldversicherung bekomme man einen bestimmten Betrag im Monat zur Verfügung gestellt, mit dem die Versorgung nach eigenem Ermessen sichergestellt werden könne.

Demenzerkrankungen steigen deutlich an

Auch die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wird sich mit dem demografischen Wandel deutlich erhöhen. Problematisch dabei ist, dass die Betroffenen häufig nicht in eine Pflegestufe für körperlich Pflegebedürftige eingestuft werden. Somit erhalten sie auch keine entsprechenden Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die oft einschneidenden finanziellen Folgen lassen sich aber mit privaten Zusatzpolicen lindern. "Unsere Demenzgeld-Versicherung zahlt, sobald ein Facharzt bei dem Versicherten eine mittelschwere Demenz festgestellt hat", erklärt Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen. Das Geld stehe zur freien Verfügung und könne etwa zur Finanzierung einer Tagesbetreuung verwendet werden - ohne Kostennachweis oder Wartezeit.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Umfrage: Problem wird massiv unterschätzt

Das gesellschaftliche Problem der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger wird von den Bundesbürgern deutlich unterschätzt. In einer TNS-Emnid-Umfrage für die Ergo Direkt Versicherungen vermuteten 87 Prozent der Befragten, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 um maximal 50 Prozent erhöhen werde. Tatsächlich könnten 2050 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts aber schon 4,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein - das ist in etwa eine Verdoppelung gegenüber den Zahlen von heute.

Ein Pflegeheim nach Maß kann man sich oft nur leisten, wenn man die nötige private Vorsorge getroffen hat.
Ein Pflegeheim nach Maß kann man sich oft nur leisten, wenn man die nötige private Vorsorge getroffen hat.

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