Gesundheits-News

Schmerzen als Lustkiller
Hormonmangel kann zu Beschwerden im Intimbereich führen


(djd/pt). Nach den Wechseljahren atmen viele Frauen erleichtert auf. Endlich können sie wieder durchschlafen und das seelische Gleichgewicht ist wieder im Lot. Allerdings macht sich der Ausfall der Östrogene an anderer Stelle durchaus noch bemerkbar: Die Haut wird zunehmend dünner, trockener und weniger elastisch - im Gesicht ebenso wie im Intimbereich. Statt die Sexualität unbeschwert zu genießen, haben Frauen plötzlich Schmerzen beim Verkehr und die Berührungen des Partners sind unangenehm. Viele Männer verstehen die sexuelle Ablehnung hingegen falsch und fühlen sich vor den Kopf gestoßen.

Fast jede zweite Frau betroffen

Um Beziehungskrisen abzuwenden und die Freude an der körperlichen Liebe zurückzugewinnen, raten Experten betroffenen Frauen, ihren Frauenarzt ins Vertrauen zu ziehen (Informationen und Expertenrat unter www.hormontherapie-wechseljahre.de). Der Facharzt weiß um das Problem der Scheidentrockenheit. Er kennt die Empfindlichkeit der Scheidenhaut, der es nach dem Wegfall der Östrogenversorgung an Feuchtigkeit fehlt: So können beim Sex feine Risse entstehen, die schmerzhaft sind und Infektionen begünstigen. "Bis zu 40 Prozent der postmenopausalen Frauen leiden an einer Rückbildung der Scheidenschleimhaut", betont Dr. Petra Stute. Die Privatdozentin aus Bern empfiehlt als eine bewährte und sichere Therapie die lokale Anwendung des körpereigenen Östrogens Estriol, wie beispielsweise in Oekolp, in Form von Creme oder Vaginalzäpfchen.

Langzeittherapie mit Estriol
Die Wirkung der lokalen Estrioltherapie, die langfristig angewendet werden sollte, entfaltet sich direkt am Scheideneingang und in der Scheide. Die Scheidenhaut wird wieder aufgebaut und ist damit widerstandsfähiger. Auch andere Beschwerden können sich bessern: Die Durchblutung steigt, das Bindegewebe festigt sich, die Verschlusskraft der Harnröhre nimmt wieder zu. Dadurch kommt es seltener zu unfreiwilligem Harnabgang beim Husten oder Bücken. Auch aufsteigende Infekte, beispielsweise in die Harnröhre, treten seltener auf.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Zu wenig Feuchtigkeit

Man schätzt, dass ungefähr jede zweite Frau mindestens einmal im Leben vorübergehend von Schmerzen im Intimbereich und daraus resultierender sexueller Unlust betroffen ist. Im gesamten Urogenitaltrakt verfügt die Haut über Östrogenrezeptoren. Nimmt die Hormonproduktion in den Wechseljahren ab, wird die Scheidenhaut empfindlicher. Normalerweise bildet sich in der Scheide zudem ausreichend Feuchtigkeit, die eine gute Gleitfähigkeit ermöglicht. Wird die Vagina durch den Hormonmangel trocken, kann der Intimverkehr zu Brennen und Schmerzen führen.

Selbst bei jüngeren Frauen können niedrige Östrogenspiegel zu Problemen im Intimbereich führen.
Selbst bei jüngeren Frauen können niedrige Östrogenspiegel zu Problemen im Intimbereich führen.

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