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Zucker erkannt - Zucker gebannt
Experten warnen: Nur Früherkennung kann eine Diabetes-Epidemie verhindern


(rgz). Diabetes kann jeden treffen. Übergewicht, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung tragen dazu bei, dass die Zahl der Typ-2-Diabetiker stetig steigt. War die Stoffwechselstörung früher als "Alterszucker" bekannt, tritt sie heute vermehrt auch bei jungen Menschen auf. "Die Zunahme von Diabetes ist weltweit zu verzeichnen", warnt Dr. med. Hans Martin Reuter. "In Deutschland erwarten wir für 2010 etwa zehn Millionen Diabetiker", weiß der Diabetologe aus Jena. Internationale Experten befürchteten eine Epidemie, die nur durch frühzeitige Erkennung eingedämmt werden könne.

Diabetesrisiko testen lassen

Doch Früherkennung ist schwierig. "Typ-2-Diabetes hat keine klassischen Symptome", so Dr. Reuter. Patienten mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Erkrankungen der Herzkranzgefäße und familiärer Vorbelastung empfiehlt der erfahrene Spezialist, ihr Risiko beim Arzt bestimmen zu lassen. Denn je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser. "Der gestörte Zuckerstoffwechsel besteht in den meisten Fällen bereits über fünf bis zehn Jahre, bevor er erkannt wird", weiß der Experte aus Thüringen. "Dann ist die Beta-Zelle in der Bauchspeicheldrüse meist schon zu 50-60 Prozent geschädigt." Die fatalen Folgen sind chronische Nierengefäßstörungen und Erkrankungen der Netzhautgefäße sowie Arteriosklerose, die koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle nach sich ziehen kann.

Wenn gesunde Ernährung nicht hilft

Damit es nicht soweit kommt, rät Dr. Reuter Typ-2-Diabetikern, Blutzuckerschwankungen mit einer Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreiche Kost zu reduzieren (mehr Infos unter www.diabetes-behandeln.de). "Bewegung ist gleich doppelt von Bedeutung - zur Glukoseverbrennung über die Skelettmuskulatur und zur Kalorienverbrennung bei der Gewichtsreduktion", erklärt der Internist. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können moderne DPP-4-Hemmer etwa in Verbindung mit Metformin die bei Diabetikern gestörte Ausschüttung von Dünndarmhormonen ohne Unterzuckerung regulieren. Dr. Reuter: "In Deutschland ist seit kurzem als einziger DPP-4-Hemmer Sitagliptin (Januvia) eingeschränkt für die Monotherapie zugelassen und zwar immer dann, wenn durch Diät und Bewegung allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erzielt werden kann und Metformin aufgrund von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist."

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Wie wird Diabetes behandelt?

Die Therapie gemäß den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft sieht eine Schulung, Ernährungsumstellung und ein Bewegungstraining vor. Laut europäischer Leitlinie wird zusätzlich ein Antidiabetikum (Metformin) gegeben, das die Glukoseneubildung in der Leber hemmt. Ist nach drei bis sechs Monaten der Langzeitwert HBA1c von 6,5 Prozent nicht erreicht, werden andere orale Anti-Diabetika wie Sulfonylharnstoffen, DPP4-Hemmer oder Inkretinmimetika ergänzt. DPP4-Hemmer regen die Insulinproduktion nur während des Essens an und vermeiden so Unterzuckerungen.

Die eingehende Schulung der Patienten gehört zum Standardprogramm der Behandlung.
Die eingehende Schulung der Patienten gehört zum Standardprogramm der Behandlung.

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